Letter from Europe: Will it Be Enough?

Sidecar, September 3, 2021.

It’s summer, Brussels pretends to be on vacation, but nobody believes it: clouds are gathering, no silver lining in sight, nerves wrecked all around. Forests are burning, rain is falling, rivers are flooding – the climate crisis has hit home, more undeniably than ever. Of the €750 billion Corona ‘recovery fund’, not a single euro has yet been spent and the fourth wave is beginning to unfurl. Time for a fiscal booster shot – but how to pay for it? The French war in Africa drags on, the failed states of Libya, Syria, Iraq and Lebanon continue to fail, German demands for a European asylum regime that protects Germany from having to live up to its moral rhetoric are as divisive as ever, regime change in Russia must wait since Putin won’t resign. And now Afghanistan: Good Uncle Joe has become Bad Uncle Joe, toute l’Europe being shocked: unilateralism! (…)

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Versión española:
Créanme ustedes, que será suficiente

El Salto, 5 de septiembre de 2021.

Cuando la deuda crece más rápido que el capitalismo, el gobierno de las economías políticas capitalistas se convierte en un juego de confianza similar a un esquema Ponzi.

Es verano, Bruselas pretende estar de vacaciones, pero nadie lo cree: las nubes se adensan, no se vislumbra solución mágica alguna al alcance de la mano, todo el mundo tiene los nervios de punta. Los bosques arden, llueve, los ríos traen inundaciones: la «crisis climática» está golpeando en casa de un modo cada vez más innegable. De los 750 millardos de euros del Coronavirus «Recovery» Fund no se ha gastado todavía ni un solo euro, cuando la «cuarta ola» comienza a coger fuerza. Tiempo para un agresivo paquete suplementario de estímulo fiscal, pero, ¿cómo pagarlo? (…)

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Deutsche Version:
„Glaubt mir, es wird reichen“

Makroskop, 31. August 2021

Werden Laschet, Scholz oder Baerbock, wer immer Kanzler wird, die Magie am Leben erhalten können, wenn Deutschlands europäische Peripherie einen weiteren Zahlungsaufschub, weitere billige Kredite braucht?

Es ist Sommer, Brüssel gibt vor, Urlaub zu machen, aber niemand glaubt es: Wolken ziehen auf, kein Silberstreifen in Sicht, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Wälder brennen, es regnet, Flüsse über die Ufer – die „Klimakrise“ ist angekommen, unbestreitbarer denn je. Von den 750 Milliarden im Corona-Recovery-Fond ist noch kein einziger Euro ausgegeben, während die „vierte Welle“ schon unterwegs ist. Zeit für einen fiskalischen booster shot – aber wie ihn bezahlen? (…)

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Alternative für Europa: Genossenschaft statt Imperium

In: Makroskop: Magazin für Wirtschaftspolitik, Doppelnummer 2021: Wahlprogramm sucht Partei, S. 83-89.

Gibt es für »Europa« Alternativen zu dem, was absehbar passieren wird, wenn nichts passiert? Ein Gelegenheitsfenster für eine Lösung der »europäischen Frage« gäbe es.

Das Kräftemessen zwischen neoliberaler Groß- und Einheitsstaaterei und nationalstaatlich-demokratisch-»populistischer« Kleinstaaterei – zwischen gesamteuropäischem Universalismus und nationaleuropäischem Partikularismus – ist steckengeblieben, auf vielfältige Weise eingeflochten in die gegenwärtige, ständig neue Transformationskrise des globalen Kapitalismus. Der antizipatorische Umbau der Europäischen Union in eine »marktkonforme Demokratie« (Angela Merkel), gedacht als regionale Vorwegnahme einer weltweiten Ausschaltung marktunkonformer protektionistischer Politik, hat sich als voreilig erwiesen.

„Es gibt keinen Europäischen Demos“

Interview mit Mladen Gladić, Die Welt, Samstag 31. Juli 2021, Seite 25.

Wolfgang Streek war bis 2014 Direktor am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. „Zwischen Globalismus und Demokratie“ (Suhrkamp) ist ein Plädoyer für weniger Zentralismus. Ein Gespräch darüber, was stecken geblieben ist und wie es in den Fluß kommen könnte.

DIE LITERARISCHE WELT: Herr Professor Streeck, gerade hatten wir gelernt, dass heute fast alles „neoliberal“ ist: Selbstverwirklichung, Fitness sowieso, vor allem aber Identitätspolitik. Jetzt sagen Sie, das ist schon vorbei.

WOLFGANG STREECK: Der Neoliberalismus, von dem ich spreche, ist eine Bewegung, die in den 30er Jahren entstand, mit Leuten wie Friedrich August Hayek und Ludwig von Mises. Denen ging es darum, die liberale Weltwirtschaft, von der sie sich vorstellten, dass sie 1914 bestanden hätte, wiederherzustellen. Dem standen die nach 1918 aus den Imperien herausgebrochen Nationalstaaten im Weg. Der Neoliberalismus war gleichzeitig ein Anti-Sozialdemokratismus und ein Anti-Nationalismus. Seine Vertreter fürchteten, dass die Sozialdemokratie sich der Nationalstaaten bemächtigt und so den freien Weltmarkt durch protektionistische Eingriffe und Sozialpolitik unterminiert. (…)

Letter from Europe: Values for Money

Sidecar, July 27, 2021.

On 24 June Angela Merkel attended what was advertised as her last European Council meeting; prematurely, perhaps, given that the formation of the next German government is likely to take some time. The European Council is that most secretive jamboree of all 27 heads of state and government; the EU’s executive and legislative in one. A hotspot of ‘multi-level diplomacy’, to use the language of American political science, its proceedings are hidden behind a flurry of PR messages carefully crafted for diversified national consumption. On this occasion, there was general agreement that the meeting was a mess; a mess attributed by some to the Council’s long-time dompteuse having turned lame duck. (…)

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Versión española:
Los valores distorsionados de una unión cada vez más estrecha

El Salto, 27 de julio de 2021.

Aparte de la reunión de la Unión Europea-Putin, la sesión de junio del Consejo Europeo ha estado dominada por un debate emocional sobre la legislación de Orbán.

El 24 de junio Angela Merkel asistió a la que fue publicitada como su última participación en una reunión del Consejo Europeo; prematuramente quizá dado que la formación del próximo gobierno alemán es probable que tome algún tiempo. El Consejo Europeo es la conferencia absolutamente secretista de los veintisiete jefes de Estado o de gobierno europeos; el poder ejecutivo y legislativo de la Unión Europea en una sola pieza. (…)

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Deutsche Version:
Nichts geht mehr wirklich

Makroskop, 29. Juli 2021.

Merkels letzte Tagung mit dem Europäischen Rat war ein Desaster. Deutlich wurde die östliche Bruchlinie des „europäischen Projekts“.

Am 24. Juni nahm Angela Merkel an ihrer letzten Tagung des Europäischen Rates teil; oder vielleicht doch nicht, da die Bildung der nächsten deutschen Regierung einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Der Europäische Rat ist das streng geheime Hinterzimmer der 27 Staats- und Regierungschefs; Exekutive und Legislative der EU in einem, ein Hotspot der „Mehrebenendiplomatie“, in der euphemistischen Sprache der amerikanischen Politikwissenschaft. (…)

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Strategische Entgrenzung

Makroskop, 10. Juli 2021.

Die Welt« im 20. Jahrhundert sei komplex und infolgedessen unregierbar geworden, heißt es. In Wahrheit ist ihre unregierbare Komplexität ein Ergebnis strategischer Entgrenzung mit dem politischen Ziel, dem egalitären und egalisierenden demokratischen Regieren ein Ende zu setzen.

Gegenstand jeder politischen Ökonomie in der Nachfolge Karl Polanyis, theoretisch wie praktisch, ist die gesellschaftliche Einbettung der unter dem Liberalismus losgelassenen kapitalistischen Ökonomie – die Sozialisierung der Ökonomie zur Verhinderung der Verwirtschaftung der Gesellschaft. Einbettung heißt Rückgewinnung gesellschaftlicher Kontrolle über den Selbstlauf selbstregulierender Märkte. (…)

Dieser Text ist eine gekürzte Fassung des Vorworts aus Wolfgang Streecks neuem Buch „Zwischen Globalismus und Demokratie“, das am 18. Juli im Suhrkamp Verlag erscheint.

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Metamorphosen des Nationalstaats

Soziopolis, 1. Juli 2021.

Vorabdruck aus „Zwischen Globalismus und Demokratie. Politische Ökonomie im ausgehenden Neoliberalismus“

Das postneoliberale Patt besteht in einer Blockade der Politik zwischen nationalen und globalen Ordnungen als Resultat eines bislang unentschiedenen Ringens um die Zukunft des Nationalstaats in einer seit den 1980er Jahren zunehmend verflochtenen Wirtschaftswelt. Dabei gilt es im Diskurs des sich als nicht und antinational verstehenden Kosmopolitismus insbesondere in Deutschland als ausgemacht, dass „der Nationalstaat“ sich nicht nur funktional überlebt hat – alle „wichtigen Probleme“ seien „nur noch international“ zu lösen, wobei offenbleibt, wie genau und insbesondere durch wen –, sondern auch moralisch in Anbetracht „seiner“ blutigen Geschichte von Diktaturen nach innen und Kriegen nach außen. Ich möchte im Folgenden kurz zusammenfassen, warum dieses Geschichtsbild nicht nur vereinfacht, sondern irreführend verkürzt ist. (…)

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Letter from Europe: Swexit

Sidecar, June 17, 2021.

On May 26, the Swiss government declared an end to year-long negotiations with the European Union on a so-called Institutional Framework Agreement that was to consolidate and extend the roughly one hundred bilateral treaties now regulating relations between the two sides. Negotiations began in 2014 and were concluded four years later, but Swiss domestic opposition got in the way of ratification. (…)

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Versión española:
Suiza y su relación con la Unión Europea

El Salto, 17 de junio de 2021.

Muchos de los tratados existentes firmados entre la Unión Europea y Suiza expirarán durante los próximos años y deberán ser renovados; otros deberán ser puestos al día.

El 26 de mayo el gobierno suizo puso fin a las negociaciones con la Unión Europea en torno al denominado Acuerdo Marco Institucional, que se habían prolongado durante un año y que debían consolidar y ampliar el centenar aproximado de acuerdos bilaterales vigentes en la actualidad para regular las relaciones existentes entre ambas partes. (…)

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Deutsche Version:
Noch ein Sargnagel: Klein aber fein

Makroskop, 17. Juni 2021

Ursula von der Leyens Unfähigkeit, die Schweiz in den Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen zur Kapitulation zu bewegen, schwächt ihre Position weiter: noch ein Nagel im Sarg des Brüsseler Einheitseuropas.

Ende Mai erklärte die Schweizer Regierung jahrelange Verhandlungen mit der Europäischen Union über ein sogenanntes institutionelles Rahmenabkommen für beendet. Das Abkommen sollte die rund hundert bilateralen Verträge konsolidieren und erweitern, die derzeit die Beziehungen zwischen den beiden Seiten regeln. Die Verhandlungen hatten 2014 begonnen und wurden vier Jahre später abgeschlossen, doch innerschweizerische Opposition stand der Ratifizierung im Wege. (…)

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Exploitation Isn’t the Only Thing Wrong With Work: An Interview with Ruth Dukes and Wolfgang Streeck

Interview by John-Baptiste Oduor, Jacobin, June 17, 2021.

Many people’s social status and identity are intimately bound up with the jobs they do. That’s not just pernicious capitalist ideology, Ruth Dukes and Wolfgang Streeck argue: it can offer the basis for worker resistance to the power of employers.

In a recent paper, Ruth Dukes and Wolfgang Streeck discuss the now quite arcane concept of industrial citizenship and the changing status of work in the twentieth and twenty-first centuries. For many on the Left, concern with the social status accompanying work takes second place to an interest in the exploitation that takes place within the workplace. This dismissal is understandable, given that the social status of work has often been used to justify forms of oppression.

However, earlier this month, Dukes and Streeck spoke with Jacobin’s John-Baptiste Oduor about the complexity, and the political necessity, of defending a vision of the status of work and workers. The authors reflect on several issues important to the Left, including the legacy of left-wing opposition to social democracy and the possibility of combating the low-waged and ostensibly status-free gig economy.

The ideas discussed here emerge out of the authors’ ongoing joint research project on the social and legal norms governing work. Part of this project will take the form of a forthcoming book, Democracy at Work: Contract, Status, and Post-Industrial Justice, from Polity. (…)

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Deutsche Version:
Gute Arbeit bedeutet mehr als ein Ende der Ausbeutung

Interview mit John-Baptiste Oduor, übersetzung von Alexander Brentler, Jacobin, 15. Juli 2021.

Die Identität vieler Menschen ist eng mit ihrer Arbeit verbunden. Alles nur kapitalistische Ideologie? Ganz im Gegenteil, argumentieren Ruth Dukes und Wolfgang Streeck: Dieser Stolz bietet die Grundlage für den Widerstand der Arbeitenden gegen die Macht der Arbeitgeber.

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz diskutieren Ruth Dukes und Wolfgang Streeck das mittlerweile recht obskure Konzept der industriellen Bürgerrechte (industrial citizenship) und den sich verändernden Status der Arbeit im frühen 21. Jahrhundert. Viele Linke erachten die Sorge um den sozialen Status, der mit dem Arbeitsplatz einhergeht, im Vergleich zur Ausbeutung, die am Arbeitsplatz stattfindet, als zweitrangig. Diese Haltung ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Verweis auf den sozialen Status der Arbeit oft der Rechtfertigung von Unterdrückung diente. (…)

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Versão em português:
Por uma nova Cidadania do Trabalho

Traduzido por Woordow Hartzog e Evan Selinger, Outras Palavras, 21 de julho de 2021.

Além de superexplorar, neoliberalismo reduziu trabalhadores a “contratados” descartáveis. É hora de voltar a vê-los como sujeitos da produção social – logo, com direitos assegurados pelo Estado. Parte da esquerda hesita a dar este passo

Em um artigo recente, Ruth Dukes e Wolfgang Streeck discutem o conceito, agora bastante obscuro, de cidadania industrial e a mudança do status do trabalho nos séculos XX e XXI. Para muitos na esquerda, a preocupação com o status social que acompanha o trabalho fica em segundo lugar em relação ao interesse pela exploração que ocorre no local de trabalho. Essa subestimação é compreensível, visto que a condição social do trabalho muitas vezes tem sido usada para justificar formas de opressão. (…)

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Türkçe versiyon:
Çalışmakla ilgili tek sorun sömürü değilute

Çeviren Birsen Özge Gökçe, yolculuk, 2 Temmuz 2021.

Dukes ve Streeck Jacobin’den John Baptiste Oduor ile işçilerin ve işin kendisinin sosyal statüsünün savunusunun karmaşıklığına ve siyasal zorunluluğuna dair konuştular

Birçok insanın sosyal statüsü ve kimliği çalıştıkları işler ile sıkı sıkıya bağlı. Bu sadece kapitalist ideolojinin kötücüllüğü değil; Ruth Dukes ve Wolfgang Streeck bunun işverenlerin gücü karşısında bir işçi ayaklanması için zemin oluşturabileceğini savunuyor.

Son yazılarında Ruth Dukes ve Wolfgang Streeck artık ilkel kabul edilen endüstriyel vatandaşlık kavramını ve işin yirmi ve yirmi birinci yüz yıllarda değişen tanımını tartışıyor. Kendini solda tanımlayan çoğu kişi için; işe eşlik eden sosyal statü, iş yerinde gerçekleşen sömürünün kendisine dair endişenin yanında ikinci sırada kalıyor. İşin sosyal durumunun sıklıkla baskı biçimlerini meşrulaştırmak için kullanıldığı göz önünde bulundurulduğunda bu tercih anlaşılabilir. (…)

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