Progressive Regression. Metamorphoses of European Social Policy

In: New Left Review 118, July-August 2019, pp. 117-139.

Has any polity in world history undergone such a rapid and far-reaching series of transmogrifications as the European Union? Founded as an organization for joint economic planning among six adjacent countries, in the context of the state-managed capitalism of the post-war era, it grew into a free-trade zone, increasingly devoted to neoliberal internationalism under the rubric of the ‘Internal Market’. As the number and heterogeneity of member states grew, ‘positive integration’ was replaced by ‘negative integration’, in effect market-building: the removal of national regulations impeding trade, in an ever-broader sense, within the union. After the fall of the Soviet bloc in 1989, the EU became in addition a geostrategic project, closely intertwined with American strategy in relation to Russia. From a handful of countries jointly administering a small number of key economic sectors, the EU developed into a neoliberal empire of 28 states, obliged under union treaties to allow for freedom of movement for goods, services, capital and labour, and to refrain from ‘anti-competitive’ intervention in their economies. (…)

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First appeared as MPIfG Discussion Paper 18/11. To be downloaded here.

Der alltägliche Kommunismus

Vorwort zur Foundational Economy Collective, Die Ökonomie des Alltagslebens. Für eine neue Infrastrukturpolitik. Suhrkamp Verlag: Berlin 2019, 7-30.

Das hier einzuleitende Buch handelt von dem alltäglichen Kommunismus, der unserem alltäglichen Kapitalismus unterliegt und ihn überhaupt erst ermöglicht. Gemeint sind die großen Netze der physischen und sozialen Infrastruktur, die moderne Gesellschaften zusammenschließen und ihre Mitglieder produktiv machen. Zu den Ersteren zählen die fest installierten Leitungs- und Schienensysteme, die uns mit Wasser, Strom, Heizung und Transportleistungen versorgen; zu den Letzteren kollektiv institutionalisierte Leistungsbeziehungen,die Gesundheit, Bildung, Pflegeund soziale Sicherheit liefern. Kommunistisch sind diese in mehrfacher Hinsicht. (…)

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Comment on della Porta

In: Johannes M. Kiess and Martin Seeliger, Trade Unions and European Integration. A Question of Optimism and Pessimism? Routledge, London and New York 2019, pp. 46-50.

This is a useful chapter. It summarises the state of the art on an often-overlooked subject, listing the relevant literature in case readers want to explore the matter further. And it supplements this with concise case accounts of recent developments in the relationship between social movements and trade unions in a number of countries. I have nothing to hold against or add to Donatella’s piece. So I will limit myself to one specific aspect of what now tends to be called the “framing” of an issue before I proceed to several, more or less related general remarks on social movement and trade union politics in, and in relation to, the European Union (EU). The intention here is to sketch out a baseline for research and theory on this subject, in the sense of a list of fundamental conditions underneath whatever conjunctural, sectoral, topical, etc., modulations may be observable on top of them. I am doing this because I suspect that much of the work on and discussion of “European integration” is far too occupied with minor fluctuations in current events, to the neglect of deeply rooted priors that remain importantly in force regardless of what happens on the surface.

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Wo Europa anfängt und wo es endet, war immer unklar.

In: Martin W. Ramb und Holger Zaborowski, Hg., 2019: Heimat Europa? Göttingen: Wallstein Verlag, 259-262.

Wenn Heimat etwas mit Vertrautheit zu tun hat, mit etwas, mit dem man sich auskennt, dann wird es mit der Übertragung des Heimatbegriffs auf Europa doch schwierig. Oder vielleicht doch nicht?

Doch, doch. Bulgarien kommt einem Schweden griechisch vor (»It’s Greek to me«, Shakespeare), und umgekehrt.

Heimat kann man mit Geld nicht kaufen. Heimat ist ein Gefühl von Bindung und Zugehörigkeit. Der liberale Finanzkapitalismus kennt keine Heimat. Er agiert global und bekenntnisfrei. Inwiefern lässt sich dieser Neoliberalismus überhaupt zähmen?

Nur durch Entkoppelung, De-Globalisierung, Wiedergewinnung durch Autonomie »vor Ort«. Ob das ein globaler Föderalismus wäre oder eine nationenzentrierte internationale Ordnung, würde in der Praxis keinen Unterschied machen. Letzteres wäre die realistischere Lösung. (…)

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„Realistischer Antikapitalismus statt moralische Umerziehungsversuche“

Interview mit Joanna Itzek, Internationale Politik und Gesellschaft, August 6, 2019.

Linke Parteien in Europa und darüber hinaus stehen in der Krise. Inwiefern ist diese von der allgemeinen Krise politischer Massenorganisationen zu trennen? Und von der ideologischen Ratlosigkeit der Konservativen?

Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Zu den Gemeinsamkeiten gehört, dass keiner traditionellen Partei mehr so etwas wie gesellschaftliche Gestaltungskraft zugetraut oder gar abverlangt wird. Der Unterschied ist, dass andere damit besser umgehen können als die Sozialdemokratie oder die Parteien links von ihr. Nicht-linke, vormals „bürgerliche“ Parteien können Politik nach Sponti-Manier betreiben, etwa wie Merkel es meisterhaft schafft, demoskopiegetriebenen Opportunismus als persönlichen Bildungsroman inszenieren zu lassen. Da ist jeden Tag etwas los, über das die Hofberichterstattung atemlos berichten kann. Was gestern los war, interessiert nicht mehr, bei der CDU bis vor kurzem nicht einmal die Parteimitglieder. (…)

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Was ist los mit der europäischen Linken?

Makroskop, 09. Juli 2019.

In kaum einem der unzähligen Artikel, die derzeit die Ergebnisse der Wahl des neuen Europäischen Parlaments (EP) kommentieren, wird die nicht-sozialdemokratische radikale Linke erwähnt. Dies ist ein Ausdruck von wohlverdienter Missachtung. Vor fünf Jahren wurde die Linke, unter dem unbeholfenen Kürzel GUE / NGL (Confederal Group of the European Left/Nordic Green Left) von niemand anderem als Alexis Tsipras angeführt. Später wurde Tsipras als griechischer Premierminister Angela Merkels Lieblingsschüler in der hohen Kunst des Verrats. Nach Aufnahme verschiedener Splittergruppen raffte die GUE / NGL im Laufe der Zeit 52 Sitze zusammen, etwas weniger als sieben Prozent der 751 Sitze des EP. Jetzt, nach den Neuwahlen, hat sie nur noch 38 Mandate, ein Verlust von mehr als einem Viertel. (…)

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English version:
Four Reasons the European Left Lost

Jacobin online, May 30, 2019.

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Spanish version:
¿Qué pasa con la izquierda radical en Europa?

El Salto, June 12, 2019.

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