Nicht ohne meine Nation

Die Zeit, 26. April 2017

Nationen und ihre Staaten, so wird uns versichert, sind „soziale Konstruktionen“. Aber das heißt nicht, dass sie jederzeit dekonstruiert werden können. Auch Familien, Bürokratien, Aktiengesellschaften sind soziale Konstruktionen; abschaffen kann man sie trotzdem nicht. Wenn es ein gemeinsames europäisches Haus geben soll, muss in ihm Platz für die europäischen Nationen sein. An ihnen vorbei wird es keine europäische politische Ordnung geben, sondern nur mit ihnen, durch sie und auf ihrer Grundlage. (Weiterlesen auf Zeit.de)

Die Wiederkehr der Verdrängten als Anfang vom Ende des neoliberalen Kapitalismus

In: Heinrich Geiselberger (Hrsg.): Die große Regression – Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit. Suhrkamp, Berlin 2017, S. 253-274.

„Der Weg in die Zukunft, in eine neue Expansion, wie sie jedem Kapital Herzensanliegen ist, führte nach draußen: in die noch erfreulich unregierte Welt einer grenzenlosen globalen Ökonomie, in der Märkte nicht mehr in Staaten, sondern Staaten in Märkte eingeschlossen sind.“

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English translation:

The Return of the Repressed

New Left Review, Vol. 104, March-April 2017, pp. 5-18.

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Sonderweg aus der Solidarität

Besprechung von: Johannes Becker / Clemens Fuest: Der Odysseuskomplex. Ein pragmatischer Vorschlag zur Lösung der Eurokrise. Hanser Verlag, München 2017

Süddeutsche Zeitung, 27. März 2017, S. 13.

Was tun, wenn man stecken geblieben ist – wenn es weder vorwärtsgeht noch zurück? Johannes Becker, Direktor am Institut für Finanzwissenschaft der Universität Münster, und Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, versuchen es seitwärts. Die Währungsunion ist ein Desaster, aber die politische Union, die das heilen könnte, wird es nicht geben, und eine Rückkehr zu nationalen Währungen darf man nicht wollen. Der „pragmatische Vorschlag“: mehr nationale Autonomie durch weniger internationale Abhängigkeit; mehr nationale Demokratie bei mehr nationaler Verantwortung; weniger Politik und mehr Technokratie auf europäischer, dafür weniger Technokratie und mehr Politik auf nationaler Ebene. (Weiterlesen auf süddeutsche.de)